Ein Vlies, das Öl absorbieren und gleichzeitig Wasser abstossen kann. Das Startup HeiQ Materials hat in Zusammenarbeit mit der deutschen TWE-Gruppe einen Stoff entwickelt, der nun bei der Eindämmung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko helfen soll.
Vor rund zwei Wochen stand eine US-Delegation vor den Türen des Startups HeiQ Materials in Bad Zurzach. Grund für das Interesse: Das Aargauer Jungunternehmen hat ein Material entwickelt, das Öl und Wasser trennen kann. Dieses soll jetzt laut der Handelszeitung in einem gross angelegten Feldversuch vor Ort getestet werden.Projekt Oilgard
Der Test, der unter dem Namen Oilgard läuft, ist mit einem riesigen logistischen Aufwand verbunden. Im Gespräch mit einem Journalisten von Swissinfo hält HeiQ-Chef Carlo Centonze fest: «Wir brauchen die Unterstützung der amerikanischen National Guard, um das neue Material aussagekräftig vor Ort zu testen.» Aber auch die TWE-Gruppe aus Deutschland, welche die Vliesstoffe produziert, ist gefordert. Für den Test braucht es 500 Meter lange und 5.5 Meter breite Bahnen.
Pro Tag bis zu 50 km lange Vliesteppiche
Auf dem Vlies wird die von HeiQ entwickelte Chemikalie aufgetragen, die Öl aufsagen und Wasser abstossen kann. Das «imprägnierte» Vlies wird in betroffenen Gebieten ausgelegt und soll so die Küsten schützen und gleichzeitig verschmutzte Strände reinigen. Gemäss Handelszeitung sollten HeiQ und die TWE-Gruppe bis zum 10. Juli in der Lage sein, pro Tag Vliesteppiche von bis zu 50 km Länge in die USA zu liefern.