22.10.2015 14:00, Tina Lohfing
Wie schafft es das St. Galler Startup Frontify etablierte Grossunternehmen wie Lufthansa, TUI oder Helsana als Kunden zu gewinnen? Wir fragten nach und erfuhren von Roger Dudler, dem Gründer von Frontify, mehr über seine spannende Startup-Geschichte.
Das Kundenbuch liest sich wie das “Who is Who” namhafter Unternehmen. Ob Lufthansa, TUI, Helsana, Notenstein oder Roland Berger: Ihnen allen ist gemein, dass sie ihr Vertrauen Frontify schenken. Zum Beispiel arbeiten alleine bei Lufthansa über 600 Personen mit dem innovativen Produkt aus St. Gallen, insgesamt sind es inzwischen über 40’000 Personen weltweit.
Lieber Roger, 2010 nahmst du an unseren venturelab Kursen teil, nun hast du es zum ersten Mal mit Frontify unter die TOP 100 der besten Schweizer Startups geschafft und kannst zahlreiche erfolgreiche Partnerschaften verzeichnen. Wie fühlt sich das an?
Ich bin überrascht und fühle mich gleichermassen geschmeichelt, dass Frontify zu den TOP 100 der besten Startups in der Schweiz gehört. Auf dem Weg zu dieser Auszeichnung hat mich damals das venturelab-Programm optimal vorbereitet und motiviert. Trotz dieser Auszeichnung dürfen wir uns nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen - wir haben noch einiges vor.
Was hat dir vor allem bei dem Startup Accelerator Programm geholfen, um mit deinem Unternehmen durchzustarten?
Zum ersten Mal kam ich mit Gleichgesinnten aus den verschiedensten Branchen zusammen. Unsere Geschäftsideen waren zwar unterschiedlich, doch wir hatten alle eine Gemeinsamkeit - wir waren infiziert vom Unternehmer-Virus. Ich bin es nach wie vor. Darüber hinaus erhielt ich einen kompakten Überblick, über die verschiedenen Disziplinen, wie Marktanalysen, Marketing oder Finanzierung und wusste, worauf mein Augenmerk zu richten ist. Dabei begleiteten und unterstützen uns die Trainer mit Herzblut.
Du warst Single-Founder, welche Vorteile und Herausforderungen ergaben sich für dich aus dieser Konstellation?
Genau, wenn ich an eine Idee aus voller Überzeugnung glaube, dann handle ich gegebenenfalls auch vorerst alleine. Bei Frontify war es die innovative Idee: Klassische PDF CD-Manuals durch intelligente Online Style Guides abzulösen. Als alleiniger Gründer war ich schnell in der Umsetzung meiner Entscheidungen, ob richtig oder falsch sei dahin gestellt. Jedoch musste ich die meisten Aufgaben selbstständig erledigen. Dabei kristallisierten sich meine Schwächen heraus, und ich wusste, wo ich bald Unterstützung benötigen werde, deshalb stiess u.a. Andreas Fischler als CEO zum Team hinzu. Dafür durfte ich verschiedene Unternehmensbereiche kennen lernen, was sich für den weiteren Aufbau von Frontify als positiv erwies.
Der Nachteil war, dass die Sparring-Partner für die alltäglichen Entscheidungen fehlten, jedoch hatte ich mit unseren Investoren gleichzeitig wertvolle Mentoren, die mich in vielen Phasen intensiv begleiteten. Heute hat sich einiges geändert. Unterdessen sind wir fünf Mitarbeitende und wir sind dabei unser Team zu erweitern.
Welche Vorteile bietet Frontify für Unternehmen?
Wir offerieren ein simples, intuitives und interaktives User-Interface,
einfache Updates und Sicherheit bezüglich der aktuellsten Version (Living Style Guide). Zudem bieten wir die Möglichkeit der Dokumentation von interaktiven Elementen (UI Pattern Library) an.
Hast du dir für dein Unternehmen ein bestimmtes Ziel gesetzt?
Unser Ziel ist es, mit Frontify eine Verbesserung der Brand Consistency durch ein einheitliches Markenbild zu erreichen - natürlich auch in den digitalen Medien.
Gibt es einen Tipp, den du anderen Startups, die noch am Anfang stehen, geben möchtest?
Ja, ich empfehle in der Anfangsphase darauf zu achten, nur mit Leuten zusammen zu arbeiten, die auf ihrem Gebiet Experten sind. Speziell bei den Mitarbeitenden ist jeder einzelne für den Erfolg entscheidend.
Über Frontify
Das erfolgreiche
Startup wurde 2013 von Roger Dudler gegründet. Investoren wie Myke Näf (Co-Founder Doodle) und auch Andreas Fischler (CEO), ehemals Partner bei Namics, haben das Potential von Frontify erkannt. Das Startup beschäftigt mittlerweile fünf Mitarbeitende und sucht aktuell weitere Mitarbeitende in den Bereichen Frontend-Programmierung und Account Management/Sales im Enterprise Segment.